Grundsätzliches zur Unterscheidung von Therapie und Pädagogik

Die Reitpädagogik

Im Allgemeinen hat sich die Bezeichnung Reittherapie vor dem Begriff der Reitpädagogik durchgesetzt. Vor allem von Kindern wird die Reittherapie nicht als “Therapie” empfunden, sondern sie sagen: “Ich gehe Reiten”. Auch Erwachsenen ist die Beziehung zum Pferd das Wesentlichste. Dies unterscheidet die Reittherapie von anderen Therapien.

Versucht man nun Therapie und Pädagogik zu unterscheiden, lassen sich gegensätzliche Definitionen finden. Der Therapiebegriff findet vor allem im medizinischen und psychologischen Bereich Verwendung. Therapie soll demnach vorhandene Defizite ausgleichen sowie Probleme und Herausforderungen überwinden.

Im Gegensatz zur Therapie bezieht sich die Pädagogik auf die Praxis der Erziehung und Bildung. Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie ein Menschen geformt werden kann. Damit setzt Pädagogik nicht unbedingt an Defiziten an, sondern iniitiert durch ihren Fokus auf Erziehung und Bildung einen Entwicklungsprozess.

Für das heilpädagogische Reiten bedeutet die Unterscheidung zwischen Therapie und Pädagogik folgendes: Mittels der aus der Mensch-Tier-Beziehung entstehenden Freude wird es möglich, neue Erfahrungen zu erleben und die Veränderung von bisher als schwierig erlebten Situationen zu bewirken.

Ich habe mich aus dieser Unterscheidung dazu entschieden, meine Therapie als Reitpädagogik zu bezeichnen. Auch wenn ich therapeutische Ziele verfolge, so soll dies verdeutlichen, dass der Mensch und sein Entwicklungspotenzial im Mittelpunkt des Umgangs und/oder Reitens auf dem Pferd steht.